„Harold and Maude“ begeistern zum Auftakt der Schlossspiele

 

Hohenlimburg. Nur kurz zeigte Petrus seine Muskeln, als pünktlich zum Beginn von „Harold and Maude“ ein paar Tropfen vom Himmel in den Schlosshof fielen und Bewegung in die Schirme aufspannende Menge kam. Insgesamt aber blieb der Wettergott gnädig und leistete so seinen Beitrag zu einer großartigen Premierenvorstellung der 62. Hohenlimburger Schlossspiele.

Dem poetischen Spiel um die Liebe des jungen Harold zur betagten Maude verlieh das Schlossspiel-Ensemble seinen eigenen, ganz besonderen Charme. Großflächig wurde der Schlosshof dafür genutzt; neben den drei Bühnenteilen reichte der Aktionsradius vom Bergfried bis zum Kenotaph. Im unvergleichlichen Ambiente der Höhenburg liefen die Darsteller in der Inszenierung von Dario Weberg und unter Regie von Indra Janorschke zu Höchstform auf; bis in die Nebenrollen ist die Produktion vorzüglich besetzt.

Harold & MaudeFoto:Privat

Im Mittelpunkt des poetischen Spiels glänzen Harold (Alexander Denz) und Maude (Beate Wieser).

Begeisternd die ausdrucksstarke Mimik von Beate Wieser, die der unkonventionellen, lebensfrohen Maude Gesicht und Seele gibt. Glänzend auch die Darbietung von Neuling Alexander Denz, der als Harold an der Seite von Maude die Entwicklung vom eigenbrötlerischen, leicht verstörten Selbstmordkandidaten hin zum fröhlich-neugierigen Optimisten vollzieht. Dabei lässt er die herrische, oberflächliche Mutter Mrs. Chasen, überzeugend verkörpert von Indra Janorschke, und ihren einschüchternden Einfluss endlich hinter sich. Hinreißende, komische Momente enthält das Stück jedes Mal, wenn Mrs. Chasen ihren Sohn mit einer weiteren seltsamen, dafür aber in Harolds Alter befindlichen Heiratskandidatin verkuppeln will, was dieser mit vorgetäuschten Suizid- oder Selbstverstümmelungsversuchen beantwortet, sobald es zur persönlichen Begegnung kommt. Kein Wunder, dass die Damen reihenweise Reißaus nehmen.

Am Schluss dieses auf unaufdringliche Weise nachdenklich machenden, viele gesellschaftliche Fragen aufwerfenden Stückes verbleibt ein Harold, der für den Auftrag seiner Maude mit Herzensbildung gerüstet ist: „Lebe weiter!“

Eine besondere Note erhalten die Aufführungen mit den Liedern von Cat Stevens, die Dario Weberg unter der Begleitung des Pianisten Martin Brödemann einfühlsam interpretiert.

Das Publikum mit zahlreichen Ehrengästen, an der Spitze Hohenlimburgs Bürgermeister Hermann-Josef Voss und Hagens Oberbürgermeister Erik O. Schulz, dankte den Mitwirkenden mit lang anhaltendem Beifall für den gelungenen Premierenabend.

PublikumF0to: Privat

Das Publikum sparte bei der Premiere von „Harold and Maude“ nicht mit Applaus.

 

 

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