Fackeln in Westfalen! – eine Lesung mit Tanja Krienen

“Autorenlesung? Da hört man Texte, die du schon kennst, in einer Auswahl, die man so nicht getroffen hätte und ist nur Staffage für das Ego des Autors. Da müßte man Geld dafür bekommen, dass man dorhin fährt!” riet mir ein Freund. Nein, es war ganz anders.

Im Kreise von zwei Dutzend aufmerksam Zuhörender, erlebten wir in der Gaststätte Humpert am Höing in Hagen eine Lesung von Tanja Krienen, die einen großen Bogen von der ersten Wahlkampf-Veranstaltung der SPD über das aufgeregte Drumherum des 11. Septembers 2001 bis hin zur political correct verstimmten Gegenwart schlug. Eingeleitet und begleitet durch Musik aus diesen Zeiträumen kam ein Hauch von Kabarett auf.

Ironisches, Bissig-Witziges wie ihr Gedicht über “Brilon-Wald” ließen die Augen der Zuhörer blitzen. Manchmal schien das Publikum etwas überfordert zu sein, wenn mit “Sei Schwarz” und “Sie werden kommen – und ich gehe jetzt” die Zeichen eines dystrophischen Zukunftsbildes an die Wand gemalt wurden. Das aber macht den Reiz bei Tanja Krienen aus: Der Leser und Zuhörer ist gefordert. Wer das nicht bewältigt, der kann sich ja von Volker Pispers Rumpelrhetorik beschallen lassen.

Tanja Krienen nötigt uns, RICHTIG zu zu hören. Und so hat sich dieser Abend wirklich gelohnt. Auch die Anfahrt über fast 100 km.
Und – ehrlich – ich hätte sogar Eintritt dafür bezahlt!

Reinhard Hardy Rupsch, Münster

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