Zweigeteilter Markt in Hohenlimburg und Elsey?

Obwohl der Wochenmarkt in der Hohenlimburger Innenstadt Tradition hat, kehrten in den vergangenen Jahren immer mehr Marktbeschicker dem Freitagsmarkt den Rücken. Was SPD-Ratsmitglied Jörg Meier und Mark Krippner, stellv. Bezirksbürgermeister in Hohenlimburg, bei einem Marktrundgang am vergangenen Freitag vorfanden, ist mehr als traurig. Ganze vier Stände waren in der Gaußstraße aufgebaut, darunter auch der Stand der Familie Bien, die seit Jahren Wild und Geflügel in Hohenlimburg anbietet.
„Das Hohenlimburger Publikum ist ein ganz besonders nettes und wir kommen gerne hierher“, sagt Michaela Bien, deren Familienbetrieb sich mit Wild und Geflügel in der Region einen Namen gemacht hat. Doch leider kehren immer mehr Markthändler dem Hohenlimburger Wochenmarkt den Rücken. Zu einen ist sicher die sinkende Frequenz in der Innenstadt ein Grund aber auch die vergleichsweisen hohen Gebühren spielen ebenfalls eine große Rolle, so die beiden Marktfrauen.
Mit der letzten Erhöhung der Marktgebühren hatte SPD-Ratsmiglied Jörg Meier der Verwaltung Phantasielosigkeit vorgeworfen. Anstatt nur die Gebühren zu erhöhen sollte zusammen mit den Markthändler an neuen Konzepte gearbeitet werden, die die Hagener Wochenmärkte attraktiver machen. „Andere Städte haben den Wochenmarkt bereits als Chance für eine positive Quartiersentwicklung erkannt.“, so Meier, der damit auch fraktionsübergreifende Zustimmung mit seinem Vorstoß erhielt. Die Verwaltung hat daraufhin das Praxisprojekt „Entwicklungschancen Hagener Wochenmärkte“ ins Leben gerufen, an dem auch mit Hilfe von Fachhochschülern nun bereits seit Monaten gearbeitet wird.

„In anderen Städten wird viel intensiver für die Wochenmärkte geworben. Wir Markthändler führen in Kooperation mit den Kommunen gemeinsame jahreszeitliche Aktionen durch, die die Kunden auch tatsächlich wieder stärker an die Wochenmärkte bindet“, so Tochter Julia Bien, die das Geschäft ihrer Eltern in die nächste Generation führen und gerne mit der Hagener Verwaltung kooperieren will.
Obwohl noch keinerlei Ergebnisse vorliegen und auch die politischen Gremien bislang nicht über mögliche Konzepte informiert wurden, soll jetzt offensichtlich noch im Oktober ein zusätzlicher Wochenmarkt in Elsey ins Leben gerufen werden.
„Wie wir das hinbekommen, wissen wir noch nicht.“, machen sich Biens Sorge über die über die aktuelle Entwicklung „Vormittags in Hohenlimburg und nachmittags dann in Elsey. Das wäre für uns eine enorme Belastung. Hier auf- und abbauen und das Gleiche noch einmal in Elsey. Hinzu kommt, dass wir auch zweimal die Standgebühren zahlen müssen“, schilderte Julia Bien. Dabei fragt sich das Familienunternehmen, ob sich die finanziellen und technischen Anstrengungen wirklich lohnen würden. „Wir haben hier in Hohenlimburg auch viele Kunden, die am Freitag aus Elsey kommen. Wenn die wissen, dass wir nachmittags in Elsey stehen, dann kommen die morgens sicher nicht mehr nach Hohenlimburg“, benennt Michaela Bien klare Nachteile, die auch dazu führen könnten, dass der Markt in Gänze nach Elsey zieht. Auch die anderen Markthändler sehen den nicht abgestimmten Vorstoß der Verwaltung kritisch, wie Jörg Meier und Mark Krippner erfuhren.

Natürlich gehört aus Sicht der beiden Genossen eine kritische Auseinandersetzung  mit den bestehenden Wochenmarkts-Standorten genauso dazu, wie die Prüfung neuer Standorte, wenn sie näher an die Kundenströme rücken. „Aber wir brauchen keine Schnellschüsse, sondern ein Konzept, was rund ist.“ Ein Experiment auf dem Rücken der Markthändler halten
Jörg Meier und Mark Krippner für verfrüht, wenn keine sonstigen flankierenden Maßnahmen die Entwicklung an beiden Standorten begleiten. Am Ende könnte der Standort in der Hohenlimburg Innenstadt ansonsten ganz verschwinden, blicken die beiden Kommunalpolitiker sorgenvoll auf eine mögliche kontraproduktive Entwicklung.
Michaela Bien und ihre Tochter Julia schilderten auf dem Hohenlimburger Wochenmarkt SPDRatsmitglied Jörg Meier und dem stellv. Hohenlimburger Bezirksbürgermeister Mark Krippner ihre Zukunftssorgen.

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