Grußwort von Oberbürgermeister Erik O. Schulz

Oberbürgermeister Erik O. Schulz.

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

ein spannendes und für die weitere Entwicklung unserer Stadt sicher gutes Jahr 2014 geht in diesen Tagen auf die Zielgerade. Das bietet mir die Gelegenheit, auf diesem Wege noch einmal einige wichtige Ereignisse des Jahres Revue passieren zu lassen, vor allem aber, Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und einen stimmungs­vollen Übergang ins neue Jahr zu wünschen.

Ausgesprochen ereignisreich war dieses Jahr ganz zweifelsfrei auch für mich persönlich. Vor einem Jahr um diese Zeit hätte ich mir nicht ausmalen können, dass ich hier und heute erstmals das Wort an Sie als Oberbürgermeister unserer schönen Stadt richten würde. Mit meiner Kandidatur und dank des letztlich deutlichen Votums der Hagener Bürgerinnen und Bürger bei der Stichwahl am 15. Juni ist der Weg dazu geebnet worden. Und so habe ich mein Amt als Oberbürgermeister am 23. Juni mit großer Freude, aber natürlich auch mit dem notwendigen Respekt vor den vor mir liegenden Aufgaben angetreten.

Zusammen mit mir hat ein größerer und deutlich bunterer Rat mit neuen Gesichtern, neuen Fraktionen und Einzelvertretern seine nicht immer einfache politische Arbeit aufgenommen. Gemeinsam tragen wir nun mit den Entscheidungen, die man zu Recht von uns erwartet, ein hohes Maß an Verantwortung für die Menschen, die in unserer Stadt leben und arbeiten. Dieser Verantwortung gerecht zu werden, das genau ist der Auftrag, den uns die Bürgerinnen und Bürger für die sechs Jahre dieser Ratsperiode mit auf den Weg gegeben haben.

Was also bleibt am Ende dieses Jahres in der Rückschau? Ganz sicher hat jeder seine ganz persönlichen Erinnerungen an die aufregendsten Momente der Fußball-WM, bei der wir alle mitgefiebert und am Ende mitgefeiert haben. Aber es gab und gibt auch viel Positives für unsere Stadt zu vermelden.

Nach einigen Anlaufschwierigkeiten – insbesondere in Sachen Brandschutz – konnte am 13. November endlich die neue Rathaus Galerie mit ihren rund 70 Geschäften ihre Pforten eröffnet. Schon heute zeigt sich, dass sich das dreistellige Invest im besten Wortsinne lohnt. Damit hat die Hagener Innenstadt noch einmal einen enormen Attraktivitätsschub erfahren und übt unübersehbar eine gesteigerte Anziehungskraft für die gesamte Region aus. Der zeitgleich begonnene Aus- und Umbau der Volme Galerie wird zudem im neuen Jahr für weitere Impulse sorgen.

Für große Freude und auch spür- und hörbare Erleichterung gesorgt hat zudem die Ankündigung der Deutschen Bahn, den arg in die Jahre gekommenen Hagener Hauptbahnhof für die stolze Summe von knapp 32 Millionen Euro grundlegend zu modernisieren. Nach vielen Eingaben – auch aus Politik und Wirtschaft – wird unsere Stadt damit in Zukunft wieder über ein repräsentatives Eingangsportal für viele Reisende aus nah und fern verfügen. Darüber hinaus solle der Bahnhof in Hohenlimburg ab dem Jahr 2017 für mehr als 3 Millionen Euro barrierefrei werden.

Und wo wir gerade in Hohenlimburg sind: Hier konnte ich an der Lenne als eine meiner ersten Amts­handlungen den ersten Spatenstich für den Um- und Ausbau der Kanuslalom­strecke vornehmen und gemeinsam mit den österreichischen Freunde das 40jährige Bestehen der Städtepartnerschaft mit Bruck an der Mur feiern.

Freigegeben ist mittlerweile auch der erste Teilabschnitt der neuen Bahnhofshinter­fahrung im Bereich zwischen Dieck- und Weidestraße, der bereits für eine enorme Entlastung der Wehringhauser Straße gesorgt hat. Die ersten beiden Sekundar­schulen in Altenhagen und am Remberg haben mit dem neuen Schuljahr ihren Unterrichtsbetrieb aufgenommen, Hagen gehört laut Kriminalstatistik weiterhin zu den sichersten Großstädten in ganz Nordrhein-Westfalen und der Hagenring hat mit einer fulminanten Jubiläums-Ausstellung seinen 90. Geburtstag gefeiert.

Ganz besonders erfreulich fand ich im Jahreslauf zudem die Verleihung der Ehren­nadel der Stadt Hagen an den bekannten und überaus rührigen Heimatforscher Dr. Wilhelm Bleicher. Damit wurde erstmalig eine herausragende Persönlichkeit ausgezeichnet, die sich in hohem Maße und unter großem ehrenamt­lichen Einsatz für unsere Stadt und die heimatliche Region verdient gemacht hat. Mit dieser außergewöhnlichen Form der Würdigung, die noch von meinem Amtsvorgänger Jörg Dehm bewusst auf den Weg gebracht wurde, erfährt das breite bürgerschaftliche Wirken in Hagen eine besondere Wertschätzung.

Und wie tief eben dieses Engagement in unserer lebendigen Bürgergesellschaft verankert ist, das konnte ich selbst schon bei zahlreichen Begegnungen erfahren, die ich in meiner noch jungen Amtszeit bisher hatte.

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

nicht verschweigen will ich an dieser Stelle, dass sich unsere Stadt – neben den vielen positiven Entwicklungen – unverändert in einer dramatischen Haushalts- und Finanzlage befindet. Vor dem Hintergrund wegbrechender Gewerbe­steuerein­nahmen in Höhe von rund 20 Millionen Euro musste der Stadtkämmerer sogar eine Haushaltssperre verhängen, die erst zum Jahresende auslaufen wird. Gleichwohl ist es gelungen, in enger und vertrauensvoller Abstimmung mit der Bezirksregierung in Arnsberg den Haushaltssanierungsplan für 2015 fortzuschreiben.

Und so hoffen wir jetzt auf eine zeitnahe Genehmigung zu Beginn des neuen Jahres und damit verbun­den eine weitere Unterstützung seitens des Landes aus den Stärkungspaktmitteln in Höhe von rund 36 Millionen Euro. Wohlwissend, dass noch ein weiter und steiniger Weg in Sachen Haushaltskonsolidierung vor uns liegt, der uns auch im neuen Jahr viel Energie abverlangen wird.

Eine Herausforderung der besonderen Art wird im Laufe des neuen Jahres sicherlich auch die weitere Unterbringung von Flüchtlingen aus vielen Teilen dieser Welt in unserer Stadt sein. Schon heute stoßen wir hier an unsere Kapazitäts­grenzen. Zugleich lassen die Prognosen erahnen, dass in den kommenden Monaten noch viele Menschen mehr zu uns kommen werden, um die wir uns intensiv kümmern müssen und wollen. Vorrangig wird es deshalb unsere Aufgabe sein, für diese Flüchtlinge menschenwürdige Unterkünfte zu finden und diese bedarfsgerecht herzurichten.

Unabhängig von diesen äußeren Rahmenbedingungen wird es mehr denn je darauf ankommen, all diesen Menschen, die zum Teil schwer traumatisiert sind und eine nicht selten lange Leidens- und Fluchtgeschichte hinter sich haben, ein aufrichtiges „Willkommen“ in unserer Stadt zu sagen. Und das ist eine Aufgabe, die von uns allen getragen werden muss.

Hagen hat sich von jeher als eine weltoffene Stadt verstanden und auf vielfältige Weise auch als solche präsentiert. Diese Weltoffenheit in ihrem besten Wortsinn gilt es in diesen schwierigen Zeiten bewusster denn je zu leben!

Bliebe noch ein letzter Blick auf das Thema Enervie, das fast das ganze Jahr 2014 über mit unterschiedlichen Facetten im Fokus der Öffentlichkeit war.

Stand zunächst der Verkauf der RWE-Anteile von gut 19% an Enervie an die Lünener Remondis-Gruppe im Mittelpunkt, schloss sich nach der Sommerpause eine langwierige Diskussion um die Zukunft der Wassererzeugung an, die erst im kommenden Frühjahr von der Politik entschieden werden wird. Dies alles umrandet von zunehmenden Problemen im Zusammenhang mit den kaum absehbaren finanziellen Folgen der sogenannten Energiewende, die sich unter anderen ab Januar in einer deutlichen Erhöhung der Netzentgelte niederschlagen und insbesondere zu einer Belastung der heimischen Wirtschaft werden wird.

Schon heute ist daher leider absehbar, dass es noch eine Weile dauern wird, ehe für die Enervie wieder ruhigeres Fahrwasser in Sicht kommt…

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

im Vorfeld meiner Wahl zum Oberbürgermeister habe ich immer wieder gesagt, dass ich das Wir-Gefühl der Hagenerinnen und Hagener stärken will und bei den Menschen mehr Lust und Stolz auf die ihre Stadt erzeugen, ihnen Mut machen will. Wohlwissend, dass die Entwicklung einer Stadt nicht allein von ausreichenden Gewerbeflächen oder erfolgreichen Marketingkampagnen abhängt, sondern vor allem von der Zufriedenheit der Menschen, die hier leben und arbeiten.

Diesen Weg des Mutmachens will und werde ich auch im neuen Jahr weiter konsequent beschreiten. Und ich lade Sie herzlich dazu ein,  mich auf diesem Weg mit Kreativität und Energie aktiv zu begleiten.

Ganz in diesem Sinne wünsche ich Ihnen, Ihren Familien, Partnerinnen und Partnern, Freunden und Bekannten ein frohes Weihnachtsfest und einen stimmungsvollen Übergang ins neue Jahr 2015, das Ihnen vor allem Frieden, Gesundheit und persönliches Wohlergehen bescheren möge.

 

Es grüßt Sie

Erik O. Schulz

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