Bochumer Fans schwiegen erst aus Protest und dann aus Enttäuschung

 

Im Westen. (zico) Es soll ja Fußball-Epochen gegeben haben, in denen die Stadien noch nicht von der ersten bis zur letzten Spielminute von simpel-banalen Gesängen sogenannter Fans durchspült wurden, die damals noch Anhänger oder Schlachtenbummler hießen. In denen die Spieler noch nicht lautstark und pausenlos daran erinnert wurden, was Ziel des Spiels ist („auf geht’s, Bochum, schieß ein Tor“) und man stattdessen an der emotionalen Geräuschkulisse, an vielstimmigen „Uuuuhs“ und „Aaaahs“ erkennen konnte, dass es spannend wurde. Es waren gewiss nicht die schlechtesten Fußballzeiten!

Erfreuliche 20 Minuten lang lebten diese Zeiten am Dienstagabend auch im Vonovia Ruhrstadion wieder auf, denn bundesweit hatte sich die Fanszene dazu durchgerungen, frei nach Dieter Nuhr „einfach mal die Klappe zu halten“. Grund: Protest gegen den modernen Fußball mit besucherunfreundlichen Anstoßzeiten und totaler Vermarktung. Dem VfL Bochum freilich tat das Schweigen nicht gut, denn die Gäste aus Dresden dominierten die ersten 45 Minuten fast nach Belieben, auch wenn kaum Torchancen dabei heraussprangen.

Im Gegenteil: Sebastian Maier hatte kurz vor Ablauf der Gesangspause sogar das 1:0 für den VfL auf dem Fuß, scheiterte aber an Dynamo-Keeper Marcus Schubert.Gegenüber wurde es ab Minute 35 so richtig ernst. einen Schuss von Aias Aosman blockte Tim Hoogland gerade noch ab, doch in der 38. Minute unterlief Tom Weilandt beim Versuch, eine Flanke von Patrick Ebert zu unterbinden, ein klares Handspiel. Den fälligen Strafstoß verwandelte Moussa Koné souverän zur Gästeführung, die auch zur Pause bestand hatte.

Nach dem Wechsel präsentierte sich die Mannschaft von Trainer Robin Dutt deutlich stärker, agierte mit Chung Yong Lee und später auch Sidney Sam spielfreudiger und druckvoller. Zwingende Chancen ergaben sich daraus jedoch ebenfalls eher selten – die beste vergab erneut Maier mit einem fulminanten Schuss aus gut 20 Metern Entfernung an den Querbalken (71). So verpassten die Bochumer am Ende den Sprung auf Platz zwei und hinterließen Fans, die nun aus Enttäuschung statt aus Protest schwiegen.

Am kommenden Samstag, 29. September, 13 Uhr, will der VfL Bochum beim 1. FC Heidenheim versuchen, wieder zu den Spitzenplätzen der 2. Bundesliga aufzuschließen.

 

 

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