La Signora: Spontane Späße mit meisterlichem Timing

„Glaubt Ihr etwa, der Fürst hätte hier das Sagen? Haha, nee! Oder der Dario? Nee, wenn Du hier hin willst, in dieses wunderschöne Schloss, äh, in dieses wunderschöne… Zelt, dann musst Du mit Marie-Theres klar kommen!“ Carmela De Feo alias La Signora ließ sich bei ihrem Auftritt im Rahmen der 64. Hohenlimburger Schloss-Spiele von niemandem, auch nicht vom draußen tobenden Sauwetter bremsen. Und eroberte die Herzen im Sturm!

So mancher Spaßmacher hat in der Geschichte der Traditionsveranstaltung bereits für Amüsement gesorgt, doch derartige Ovationen wie „La Signora“ durfte noch selten ein Humorist entgegen nehmen. Ihr von Spontanität, Witz und Temperament sprühendes Programm „Die Schablone, in der ich wohne“ begeisterte das Publikum ebenso wie die zahlreichen Dialoge mit den Besuchern. Immer wieder suchte das 45-Jährige Multitalent das Gespräch mit den Gästen, fragte die Damen nach ihren Lieblingshausarbeiten und die Männer nach den Grills, mit denen sie praktizieren. Fast jede Antwort wurde von der resoluten, den Widrigkeiten des Lebens trotzenden Signora mit einer Pointe veredelt. Den Namen für das Topgerät der Grillmeister, „Weber Genesis“, nahm die Humoristin als Hinweis darauf, dass Gott Griller sei und die Welt in Grillgut und Grillböse aufgeteilt habe.

Carmela de Feo, wie „La Signora“ eigentlich heißt, wuchs als Tochter italienischer Arbeitseinwanderer in Oberhausen auf und lernte zunächst an der Folkwang-Hochschule, meisterhaft Akkordeon zu spielen. Später entdeckte sie auch ihr Herz für Schauspielerei und Comedy. Dass sich alles drei auf wunderbare Weise verbinden lässt, erlebte das Publikum beispielsweise in der köstlichen Krimi-Parodie mit Carla, der Schrankwand, die sich als Mörderin entpuppt und deren Tun und Treiben von La Signora mit köstlichen  Akkordeon-Arrangements unterlegt wurde. Von der Schwarzwaldklinik-Erkennungsmelodie bis hin zum Derrick-Thema reichte das Potpourri, wobei die Künstlerin ein unglaubliche Meisterschaft hinsichtlich des perfekten Timings bewies.

Jede Menge praktische Lebenstipps nahmen obendrein vor allem die Frauen mit nach Hause. Denen riet sie dringend ab, nach dem Glücklichsein zu streben, weil man danach süchtig werde: „Mir sieht man mein Elend wenigstens an!“ Wobei der morgendliche Blick in den Spiegel schon eine Stress auslösende Herausforderung darstelle: „Wie kriege ich das bloß so geschminkt, dass es so wie ich aussieht?“

La Signora tobte, tanzte, sang und plauderte sich gut zwei Stunden lang in die Herzen der restlos hingerissenen Zuschauer, die sie am Ende mit Standing Ovations feierten. Und da verdrückte sich die burschikose Dame glatt ein gespieltes Tränchen: „Ich würd‘ doch auch lieber hierbleiben. Ich muss aber morgen nach Altenkirchen – ich will da nicht hin…“

 

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