Feinfühliges Schloss-Spiele-Publikum feierte großartige „Rain Man“-Aufführung

 

Auf ein gut gelauntes Publikum, das ein feines Gespür auch für die humorvollen Seiten eines sensiblen Stückes bewies, traf  das Theater Pfifikuss bei seiner Aufführung von „Rain Man“ im Rahmen der 64. Hohenlimburger Schloss-Spiele“. Rund 120 Besucher honorierten die gelungene Inszenierung mit Roman Wissenbach als Autohändler Charlie Babbit und Ralf Schlüter als dessen  autistischem Bruder Raymond mit lang anhaltendem Beifall.

Der Tod des Vaters führt Charlie und Raymond, von dessen Existenz Charlie bis dahin nichts wusste, zusammen. Charlie entführt den Bruder und will ihn zur Überschreibung seines ihm vermeintlich zustehenden Erbanteils bringen. Auf der tagelangen, durch Raymonds Flugangst bedingten Autofahrt von Cincinnati nach Los Angeles erkennt Charlie, dass Raymond ein empfindsamer Mensch ist, der sich mit Abweichungen von seinem gewohnten Lebensrhythmus kaum arrangieren kann.

Doch Raymond verfügt über verborgene, an Genialität grenzende Begabungen – was den beiden einen überwältigenden Gewinn im Casino von Las Vegas einbringt. Und Raymonds durch ein Schockerlebnis ausgelöste Erzählungen sind für den jüngeren Bruder nicht nur der Schlüssel zur längst verdrängten Kindheit; sie verwandeln den kühlen Egozentriker Charlie allmählich auch in einen anderen Menschen.

Ralf Schlüter, der ein großer Bewunderer des für die Rain-Man-Rolle mit dem Oscar ausgezeichneten Dustin Hoffmans ist, zog in der Rolle des Raymond alle Register seines Könnens, ohne sein großes Vorbild kopieren zu wollen. Feinfühlig fand er die Balance zwischen dramatischen und heiteren Momenten. Schlüter gelang es, seinen  Raymond authentisch zu verkörpern, ohne die Figur zu überzeichnen. Sein Pendant Roman Wissenbach  gab den Charlie und ließ dabei die Wandlung des lautstark fluchenden, gefühlskalten Geschäftsmanns zum mitfühlenden Bruder nachvollziehbar werden. Dabei hatte er gegenüber seinem in sich gekehrten Pendant Schlüter den deutlich umfangreicheren Textpart zu meistern und blieb dabei stets souverän.

Von der tollen Atmosphäre des Schlossgartens ließen sich auch Sophie Schlüter, Alexandra und Markus Beer sowie Heiko Wetzel anstecken, die in den weiteren Rollen glänzten. Ein überzeugender Theaterabend, der zeigte, dass das vor allem mit Kinderstücken bekannt gewordene Theater Pfifikuss ebenso in anspruchsvollen Stücken für Erwachsene zu brillieren weiß.

 

 

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