Familienfreundliche Stadt Hohenlimburg mit Lenne als attraktivem Erlebnisraum

 

Zukunftswerkstatt erarbeitete im Ratssaal Visionen für das Jahr 2035

Wie soll Hohenlimburg im Jahr 2035 aussehen? Dieser spannenden Frage gingen rund 70 Besucher auf Einladung der Stadt Hagen im Hohenlimburger Ratssaal nach. In allen fünf Stadtbezirken laufen in diesen Tagen Werkstätten, in denen die Bürger ihre Zukunftsvorstellungen darlegen können. Einfließen sollen die Ergebnisse in ein „Integriertes Stadtentwicklungskonzept“, das die Planungsgrundlage für städtische Projekte in den kommenden Jahren werden soll. Moderiert wurde die Veranstaltung von Thomas Scholle, Diplom-Ingenieur beim Planungsbüro „plan-lokal“.

Einführende Worte sprach Bürgermeister Hermann-Josef Voss, der vor dem Hintergrund zunehmend aggressiver Auseinandersetzungen in sozialen Netzwerken die Notwendigkeit zu mehr Gemeinsinn mahnte. Dabei hatte er wohl die Werbegemeinschaft Hohenlimburg im Auge, die zuletzt schwer Stimmung gegen Hohenlimburger Bezirkspolitiker gemacht hatte, weil diese der Erweiterung eines Lebensmittelmarktes am Gotenweg zugestimmt hatten. „Man wundert sich schon, was für ein mieser Typ man angeblich ist“, schüttelte Voss angesichts der feindseligen Händler-Kampagne nur mit dem Kopf.

Die Bürger freilich interessierten sich in den Arbeitsgruppen, die anschließend ans Werk gingen, kaum für den Einzelhandel in der Innenstadt. Stattdessen standen die Themen Familienfreundlichkeit, Öffentlicher Personennahverkehr, Freizeitmöglichkeiten und insbesondere die Nutzung der Lenne, deren Qualitäten für die Bürger kaum erlebbar sind, im Vordergrund.

Der ÖPNV sei insbesondere in den Abendstunden eine Katastrophe, wurde vielfach kritisiert. Auch zusätzliche Haltepunkte an der Ruhr-Sieg-Bahnstrecke, etwa in Halden und Boele, standen auf der Agenda. Für die Lenne wünscht man sich eine Promenade, von der man auch Zugang zum Wasser hat, eine flußnahe Gastronomie sowie Kanu- und Raftingtouren. Die Wälder um Hohenlimburg sollten zum Beispiel von Mountainbikefahrern besser genutzt werden können. Und für Kinder fehle es an Ganztags-Betreuungsangeboten und Spielmöglichkeiten.

Vereinzelt gab es auch Beiträge, mit denen die Urheber eher persönliche Finanzinteressen bedienten. Der Veranstaltungskaufmann wünschte sich beispielsweise einen Fördertopf für Veranstaltungen, während ein Innenstadt-Gastronom fast ausschließlich für Zukunftsinvestitionen im Umfeld seines Thresens warb. Dies blieben jedoch Randerscheinungen – die meisten Redner zogen den Horizont weiter und hatten das Wohl der gesamten Schlossstadt und des Bezirks Hohenlimburg im Auge.

Durchaus spannend waren hier Beiträge, die manchem vielleicht zu visionär oder ambitioniert erschienen. Als mutig aufgenommen wurde etwa der Ansatz zu einem auf Computerchips gestützten, bedarfsorientierten Müllabfuhrsystems, in dessen Rahmen der Müllwagen erst kommt, wenn die Tonne voll ist – mit Elektroantrieb und ohne Fahrer. Auch ein Sport- und Freizeitpark in der Nahmer würde sicherlich viele Menschen erfreuen, erscheint allerdings heute noch als recht unrealistisch.

Zumal, wie Stadtbaurat Thomas Grothe abschließend zu bedenken gab, viele der besprochenen Projekte eine Menge Geld kosten. Und dass die Stadt Hagen bis zum Jahr 2035 auf finanziell gesunden Füßen steht, ist eine ebenfalls mehr als kühne Vision. Vielleicht aber ist bis dahin ja auch Wirklichkeit, was sich ein Internet-Nutzer für die Zukunft Hohenlimburgs wehmütig wünschte: Freiheit von Hagen! Gerade für die alteingesessenen Hohenlimburger, die die Zeiten der Selbstständigkeit ihrer Stadt noch miterlebt haben, wäre dies wohl der Universalschlüssel für bessere Zeiten…

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