„Rain Man“ als Theaterstück: Premiere auf Werkhof-Bühne

Schlag auf Schlag geht es beim Theater Pfifikuss, das gerade erst mit dem Kinderstück „Eine Woche voller Samstage“ im Hohenlimburger Werkhof begeisterte. Diesmal geht es sensibler, emotionaler und doch auch komisch zu: Mit „Rain Man“ hat sich das heimische Amateurensemble ein Melodram ausgesucht, das vor 30 Jahren in der Filmversion mit Dustin Hoffman und Tom Cruise Millionen von Kinogängern berührte.

Das Stück erzählt die Geschichte des Autohändlers Charlie Babbit, der zur Beerdigung seines Vaters reist, den er seit zehn Jahren nicht mehr gesehen hatte. Seine Hoffnung auf eine üppige Erbschaft wird allerdings enttäuscht, denn der Verstorbene hat sein Vermögen von mehreren Millionen Dollar einem anonymen Erben in einer Klinik hinterlassen. Mit einem Buick Roadmaster, seinem Erbschaftsanteil, macht er sich auf den Weg und versucht der Sache auf den Grund zu gehen und begegnet so seinem autistischem Bruder Raymond, von dessen Existenz Charlie bislang überhaupt nichts wusste.

Charlie entführt den Bruder und will ihn zur Überschreibung seines ihm vermeintlich zustehenden Anteils bringen. Auf der tagelangen, durch Raymonds Flugangst bedingten Autofahrt von Cincinnati nach Los Angeles erkennt Charlie, dass Raymond ein empfindsamer Mensch ist, der sich mit Abweichungen von seinem gewohnten Lebensrhythmus kaum arrangieren kann. Doch Raymond verfügt über verborgene, an Genialität grenzende Begabungen – was den beiden einen überwältigenden Gewinn im Casino von Las Vegas einbringt. Und Raymonds durch ein Schockerlebnis ausgelöste Erzählungen sind für den jüngeren Bruder nicht nur der Schlüssel zur längst verdrängten Kindheit; sie verwandeln den coolen Egozentriker Charlie allmählich auch in einen anderen Menschen…

Die Rolle des Raymond spielt mit Ralf Schlüter ein ausgewiesener Fan Dustin Hoffmans, der die darstellerischen Leistungen des Oscar-Preisträgers seit langem bewundert. „Als Raymond kommt es sehr auf die Körpersprache an. Es ist eine Gratwanderung, hier glaubwürdig zu bleiben und die Figur nicht zu überzeichnen“, weiß der 50-jährige Berufsschullehrer, der Dustin Hoffman zwar intensiv studiert hat, diesen aber nicht kopieren möchte: „Das ginge angesichts der Meisterschaft dieses großen Vorbilds ja auch gar nicht.“

Sein Pendant Roman Wissenbach schlüpft in die Rolle des Charlie und hat den größten Textpart zu meistern – nicht einfach angesichts der oft stereotypen Antworten von Raymond. „So anspruchsvoll hatte ich mir die Rolle nicht vorgestellt; umso schöner ist es, diese Herausforderung anzunehmen“, bekennt Roman Wissenbach, der Ralf Schlüter einst in der Theater-AG des Berufskollegs Iserlohn kennenlernte. Die wurde von Lehrer Schlüter geleitet, während der junge Roman noch die Schulbank drückte. Da beide die Leidenschaft für die Bühne teilten, folgten viele gemeinsame Projekte – auch, als Roman Wissenbach die Schule längst verlassen hatte. „Rain Man“ ist nun ihre vielleicht ambitionierteste Zusammenarbeit.

In den weiteren Rollen zu sehen sind Ralf Schlüters Tochter Sophie, Alexandra und Markus Beer sowie Heiko Wetzel. Premiere hat „Rain Man“ am Samstag, 17. Februar, 20 Uhr, im Saal des Kulturzentrums Werkhof, Herrenstraße 17.

Weitere Vorstellungen finden am Freitag, 23. Februar, 20 Uhr, am Sonntag, 25. Februar, 18 Uhr, und am Samstag, 10. März, 20 Uhr, statt. Die Karten kosten 14 Euro für Erwachsene und 10 Euro für Schüler und Studenten.

 

 

 

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