Hingabe und Perfektion: „Echoes“ tauchten Stadthalle in den Sound von „Pink-Floyd“

 

Die Musik der britischen Progrockband Pink Floyd eignet sich keineswegs dazu, von der örtlichen Stimmungskapelle zur allgemeinen Erbauung beim jährlichen Dorffest heruntergenudelt zu werden. Zu komplex sind die Klangstrukturen, zu virtuos ist die Spielweise der großen Vorbilder, als dass sie Dilettantismus vertrügen. Und so stellt sich jedem Floydianer beim Besuch eines Coverkonzertes zunächst die spannende Frage: Wird es sich auch so anhören wie das Original?

Diese Ungewissheit darüber fegten „Echoes“ am vergangenen Samstag in der fast ausverkauften Hagener Stadthalle gleich mit dem Opener vom Tisch. „Shine on you crazy diamond“ ist immerhin das Referenzwerk der 1965 gegründeten, nach den Bluesmusikern Pink Anderson und Floyd Council benannten Band. Gut 20 Minuten lang, erzählt es in einem unvergleichlich sphärischen Sound vom Schmerz der vier Musiker, ihren einstigen Frontmann und Spiritus Rex Syd Barrett an eine Welt psychotischer Verwirrtheit verloren zu haben. Es gleicht einer akustischen Reise durch den Weltraum und dient jedem Planetarium als musikalischer Hintergrund für so manchen visuellen Sternenflug.

Vor allem aber verlangt es ein sauberes Spiel, und das gelang den „Echoes“ zur Begeisterung der Zuhörer meisterlich. Es folgten weitere Stücke des 1975-er Albums „Wish you were here“, das den Verlust Barretts zum Leitmotiv hat – das rauhe „Have a cigar“ etwa oder auch das Titelstück jener Scheibe, die von David Gilmour und Richard Wright wegen ihrer Musikalität noch über das epochale Konzeptalbum „The dark side of the moon“ gestellt wurde. Natürlich sang die komplette Stadthalle mit: “How I wish, how I wish you were here, we’re just two lost souls swimming in a fish bowl, year after year…”

Die eigentliche, kurze Barrett-Phase ließen “Echoes” auf ihrem Streifzug durch die Pink-Floyd-Karriere freilich außen vor – kein „Astronomy domine”, kein “Interstellar Overdrive”, dafür aber viele danach entstandene Meilensteine, von „One of these days“ über „Money“ bis hin zu „Sheep“, „Another brick in the wall (part two), Comfortably numb“ und den Stücken der Post-Waters-Ära wie „Learning to fly“ und „High hopes“. Zum furiosen Finale indes erklang mit „Run like hell“ jener Gitarrenkracher, den sich David Gilmour und seiner Fender Stratocaster ursprünglich für ein Soloprojekt auf den Leib geschrieben hatte, das dann aber auf dem „The Wall“-Album Verwendung fand: Die Stadthalle explodierte in Begeisterung!

Kein Wunder also, dass Experten wie Green-Sänger Milla Kapolke, der mit dem Crossover-Projekt „Atom heart mother“ in Zusammenarbeit mit dem Hagener Symphonieorchester gerade eine andere Art Pink-Floyd-Hommage auf die Bühne bringt, die Stadthalle am Ende mit einem zufriedenen Lächeln verließen. Wenn es Pink Floyd im Original auch nie wieder zu hören gibt, so ist es doch mehr als tröstlich, dass Bands wie „Echoes“ das Sounderlebnis mit Hingabe und Klasse nahezu in Perfektion wiederbeleben.

 

 

 

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