Der Geruch von Lenne und Leerstand: Jörn Klare las zum VHS-Semesterauftakt

Die alte Doppelkopfrunde mit den frozzelnden Freunden von früher, der Geruch der Lenne, der langsam aus dem Tal an den Bergen hinauf kriecht, die einst blühende Innenstadt mit den nun leer stehenden Ladenlokalen: Jörn Klare begegnete in seiner alten Heimatstadt viel Vertrautes, aber auch manches, was sich radikal geändert hat. „Nach Hause gehen“ hat der 52-Jährige, der vor 30 Jahren von Hohenlimburg nach Berlin zog, sein mittlerweile mit dem Evangelischen Buchpreis prämiertes Druckwerk genannt. Gut 600 Kilometer ist er von Berlin nach Hohenlimburg gewandert, um sich dem Begriff „Heimat“ schrittweise zu nähern und traf dabei Menschen, die auf unterschiedlichste Weise ihren Heimatbegriff zu definieren wussten.

„Heimat“ ist auch der Oberbegriff für das neue Volkshochschul-Semester in Hagen, und somit lag es für VHS-Leiterin Bianca Sonnenberg nahe, ihren alten Schulfreund Jörn Klare zur Auftaktveranstaltung in die Villa Post einzuladen. Nach ausdrucksstarkem Klarinettenspiel von Christoph Holtermann, das zuweilen mit ländlichen-muhenden Klängen unterlegt war, las der Autor aus seinem jüngsten Buch. Nachdenklich beschrieb der Wahl-Berliner seine Stationen, auf denen er mit Menschen das Gespräch suchte und fand: Calbe, Halberstadt, Altena und viele andere mehr. Vor allem aber war Jörn Klare auf der Suche nach sich selbst, nach seiner Heimat, seinem inneren Ruhepunkt. Berlin ist für ihn bis heute geblieben, was es immer war: ein Ort, an dem man gut leben kann, aber längst nicht die Stadt, die ihm heimatliche Geborgenheit vermittelt.

Und Hohenlimburg? Ist nicht mehr die Stadt, die er einst verließ, obwohl von dem Ort an der Lenne auch heute noch viel Wärme ausgeht, die Jörn Klare erreicht. Doch letztlich ist die Sehnsucht nach Heimat, der Klare folgte, auch eine Sehnsucht nach der vergangenen, ein Stück weit auch verklärten Zeit.

Der Lesung, der die 70 Besucher gespannt, amüsiert und angetan folgten, schloss sich eine angeregte Diskussion an, in der die Gäste den bekannten Schriftsteller eifrig befragten. Und mancher, so schien es, war dabei selbst auf der Suche nach seiner ganz persönlichen Definition von Heimat. Die VHS wird im neuen Semester auf vielfältige Weise behilflich sein, diese zu finden!

 

 

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