Innenminister Ralf Jäger könnte Hohenlimburger Wache retten

 

Polizeipräsident Wolfgang Sprogies treibt nächtliche Schließung voran

 Offenbar unversöhnlich stehen sich die Positionen des Hagener Polizeipräsidenten Wolfgang Sprogies und der Hohenlimburger Kommunalpolitiker in Sachen nächtliche Schließung der Polizeiwache gegenüber. Wie berichtet, treibt der Polizeichef die Schließung der Wachen Hohenlimburg und Haspe in den Stunden von 22 bis 6 Uhr voran, um nachts einen Streifenwagen mehr im Hagener Stadtgebiet auf die Straßen zu bringen. Die Bezirksvertreter sowie die aus Hohenlimburg kommenden Ratsmitglieder halten dagegen und heben die enorme Bedeutung der Wache für die nächtliche Sicherheit in Hohenlimburg und für das Sicherheitsgefühl der Bürger hervor.

Eines machte Sprogies am Dienstag in einem Gespräch mit den Hohenlimburger Politikern unter Vorsitz von Bürgermeister Hermann-Josef Voss im Rathaus Hohenlimburg ganz klar: Das letzte Wort hat im Zweifelsfall Innenminister Ralf Jäger (SPD). „Wir sind weisungsabhängig. Sollte das Ministerium anordnen, dass die kleinen Wachen erhalten bleiben, werden wir das befolgen“, so Wolfgang Sprogies.

Vorausgegangen war eine sehr sachliche Diskussion, in der Wolfgang Sprogies und seine Kollegen, Polizeidirektor Thomas Gutsfeld und der Leiter der Wache Hohenlimburg, Polizeihauptkommissar Axel Rex, die aktuelle Sachlage und ihre Überlegungen erläuterten.  So werde die Hohenlimburger Wache nachts heute seltener aufgesucht als in früheren Zeiten. Demgegenüber stehe der Wunsch, mehr Streifenwagen einzusetzen, um an den Brennpunkten insbesondere in der Hagener Innenstadt tätig zu werden. Personelle Aufstockungen der Polizei seien weitgehend an Hagen vorbeigegangen, weil die Volmestadt vergleichsweise sicher sei. Von vier neuen Hagener Kräften seien zwei für den Innendienst notwendig, auf Grund von altersbedingten Abgängen werde man den Personalstand in den kommenden Jahren allenfalls auf dem Status quo halten können. In der Hohenlimburger Innenstadt sei die Lage des nachts allgemein ruhig.

„Gerade das ist ja ein Erfolg der nächtlichen Polizeipräsenz in der Wache“, hielt Frank Schmidt (Bürger für Hohenlimburg) dagegen: „Wenn Einbrecher und andere Kriminelle hingegen wüssten, dass die Wache nicht mehr besetzt ist, würden sie sicherlich aktiver werden.“ Einbrüche und Einbruchsversuche in der Innenstadt im Februar dieses Jahres belegen, dass die Hohenlimburger Innenstadt durchaus für Langfinger interessant ist. Peter Arnusch (SPD) betonte, dass sich insbesondere ältere Menschen ohne die Wache deutlich weniger sicher fühlten und gegebenenfalls auf die Teilnahme an Abendveranstaltungen in der Stadt verzichteten. Willi Strüwer (CDU) befürchtete eine Salamitaktik und mittelfristig die gänzliche Aufgabe der Hohenlimburger Wache: „Wir haben im vergangenen Jahr in Hohenlimburg die Außenstelle des Jobcenters und das Krankenhaus verloren; seit der Eingemeindung wird unsere Infrastruktur abgebaut. So kann es nicht weitergehen.“ Nicole Pfefferer (Bündnis 90/Die Grünen) wollte wissen, zu welchem Termin die Entscheidung getroffen werde. „Zunächst müssen bauliche Veränderungen geprüft und verwirklicht werden“, so Wolfgang Sprogies, „eine nächtliche Schließung wäre zum 1. September realistisch.“ Sprogies betonte aber auch: „Noch ist nichts entschieden.“

Gleichwohl fühlten sich die Kommunalpolitiker in dem Gespräch wenig ernst genommen. „Ich habe den Eindruck, wir können hier erzählen, was wir wollen – ihre Meinung steht bereits fest“, fasste Willi Strüwer die Meinung der Anwesenden treffend zusammen. Deshalb appellierte Frank Schmidt noch einmal an den Polizeipräsidenten: „Befolgen Sie den Appell des Deutschen Städtetages in Richtung bessere Polizeipräsenz und Zusammenarbeit mit den Kommunen. Unsere Argumente verdienen Beachtung.“

 

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