Theater im Werkhof: Der kleine Prinz

Auch in diesem Jahr präsentiert das Theater Pfifikuss erneut in der Vorweihnachtszeit eine Geschichte für die gesamte Familie. Nach dem großen Erfolg der „Olchis“ im vergangenen Jahr bringen die Pfifikusse diesmal die weltweit bekannte Erzählung „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupery auf die Bühne des großen Saals im Kulturzentrum Werkhof. Gezeigt wird dabei die Geschichte eines Piloten und eines kleinen Jungen:

 

Der Pilot ist abgestürzt. Aus dem Leben hinein in ein Krankenhaus.

Der Junge, mit dem der Pilot sein Krankenzimmer teilt und der vielleicht ein Prinz von einem winzigen Stern im Kosmos ist, scheint schwer krank zu sein. Und doch verwickelt er den Piloten in immer neue Geschichten. Permanent fordert er ihn auf, dabei zu sein. Wenn er von seiner hilfsbedürftigen Rose mit dem zarten Stachel erzählt, die sich so leicht einen Schnupfen holen kann oder von seinen Planetennachbarn. Dem König ohne Volk oder dem Säufer, der seine Welt tagtäglich an sich vorbeirollen sieht. Er kennt den Anzünder der einzigen Laterne und den eifrigen Geschäftsmann, der die Sterne sammelt. Aber er kennt seinen neuen Bettnachbarn noch nicht. Er lässt ihm keine Ruhe. Der Flieger kann nicht anders als sich der Welt dieses nervenden, rührenden, weisen Kindes zu öffnen. Manchmal geht es dem Jungen dreckig. Aber dann denkt er an den Fuchs, der so gerne gezähmt werden würde und an die Schlange, die einen Elefanten verschlingen kann. Der Pilot wird wieder fliegen. Und auch der Junge neben ihm wird sich von der Erde entfernen. Er kennt den Weg zurück zu seinem Stern.

 

Das Theater Pfifikuss gründete sich im Jahre 2010. Die beiden befreundeten Familien um Ralf Schlüter und Markus Beer beschlossen, die weithin bekannten „Abenteuer von Pettersson und Findus“ von Sven Nordqvist in Eigenverantwortung auf die Bühne zu bringen, nachdem Markus Beer die Theaterfassung gelesen und Ralf Schlüter eröffnet hatte, während des Lesens stets Schlüter als alten Pettersson und seine damals 11-jährige Tochter Sophie als Kater Findus vor Augen gehabt zu haben. „Dann lass uns das doch machen“, entgegnete Ralf Schlüter daraufhin mutig knapp. Und das war die Geburtsstunde der Pfifikusse. Ein Ort der zukünftigen „Theaterschandtaten“ war schnell gefunden: die Bühne des großen Saals im Kulturzentrum Werkhof, steht Ralf Schlüter doch seit über 20 Jahren dort bereits im Kreise seiner ehemaligen Schulfreunde als Theater Mummpitz auf der selbigen. Nach wie vor besetzen die Pfifikusse eine Nische, sind sie doch die einzige Gruppe, die Theater speziell für Kinder und deren Familien anbieten: „Pettersson & Findus“, Janoschs „Oh wie schön ist Panama“, Cornelia Funkes „Käpten Knitterbart“ und eben „Die Olchis“.

Nach komödiantischen Ausflügen in die Sphären des Erwachsenentheaters mit „Gut gegen Nordwind“ und „Engelchen und Teufelchen“ des Hagener Autoren Stefan Schroeder widmet sich das Theater Pfifikuss mit „Der kleine Prinz“ in diesem Herbst einer großen Vorlage der Weltliteratur.

1943 in den USA veröffentlicht trat die Erzählung von Antoine de Saint-Exupery seinen Siegeszug durch die ganze Welt an. Nach wie vor ist die Geschichte mit ihren zentralen Themen Leben und Tod, Freundschaft und Liebe so aktuell wie nie zuvor. In Zeiten politischer und gesellschaftlicher Veränderungen mit ihren aktuellen Themen Arbeitslosigkeit, Flüchtlingspolitik und zunehmender Fremdenfeindlichkeit hält die Figur eines kleinen Kindes uns Erwachsenen einen Spiegel vor. In einer Welt, in der in sozialen Netzwerken wie Facebook gegen Andersdenkende, Andersgläubige, Andersartige gelästert und gehetzt wird, in der das Halbgare und die Lügen der sogenannten Politiker der Wahrheit vorgezogen werden, in der es zunehmend darum geht, ein Forum für eine krude und menschenverachtende Weltanschauung zu finden, sind die Weisheiten aus dem Blickwinkel eines Kindes eine Art Überlebenselixier. „Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast“ und „Man sieht nur mit dem Herzen gut“ sind Sätze, die uns Menschen helfen können, uns wieder auf das zu konzentrieren, was uns ausmacht: Unsere Mitmenschlichkeit, unsere Fähigkeit zu lieben und Mitgefühl zu empfinden. „Nicht nur zur Weihnachtszeit sollten wir uns darauf besinnen, einander zu akzeptieren und zu tolerieren. Der Weg in eine lebenswerte Zukunft führt nicht über unsere Ellebogen, sondern über den Mut in unseren Herzen, füreinander auf- und einzustehen gleich welcher Gesinnung wir sind“, so Markus Beer, der als Regisseur das Stück inszenierte.

In der Hauptrolle ist neben Ralf Schlüter Beers 11-jähriger Sohn Lukas zu sehen. „Mir macht es großen Spaß den kleinen Prinzen zu spielen, weil die Geschichte so gefühlvoll und warmherzig ist. Und es vermittelt so tolle Weisheiten“, erklärt Lukas stolz. In weiteren Rollen als Rose und Fuchs und als Bewohner der Planeten, die der kleine Prinz besucht, komplettieren Sophie Schlüter und Alexandra Beer das Ensemble. Seit September proben die 5 Freunde 1- 2 x wöchentlich. Zunächst werden im heimischen Wohnzimmer die Biografien der Charaktere und der grobe Ablauf entwickelt, bis letztendlich auf der Bühne des Werkhofs die genauen Gänge und Aufenthaltsorte bis ins kleinste liebevolle Detail perfektioniert werden. Den kleinen und großen Zuschauern wird dabei eine Dramatisierung geboten, die ohne Sentimentalität und Pathos auskommt und trotzdem große Emotionen auslöst.

Die Premiere findet am 19.11. um 16 Uhr statt.

Weitere Aufführungen sind:

20.11., 27.11., 04.12., 11.12. um jeweils 16 Uhr.

Karten zum Preis von 7 Euro (Erwachsene) und 5 Euro (Kinder) können im Kulturzentrum Werkhof telefonisch unter 02334-929190 vorbestellt werden. Weitere Vorverkaufsstellen sind unter www.werkhof-kulturzentrum.de zu finden.

 

 

Foto Prinz1:

Alexandra Beer, Lukas Beer, Sophie Schlüter, Ralf Schlüter.

 

Foto Prinz2:

Regisseur Markus Beer.

 

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